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Australier Jason Doyle gewinnt GP in Teterow

veröffentlicht am 11. September 2016

Was will ein Speedwayfan mehr? Tolle Stimmung, volle Hütte und ein Wildcardfahrer, der sein persönliches Ziel erreichte. Martin Smolinski reiste mit dem Vorsatz nach Teterow, das Halbfinale zu erreichen. Und sein Vorhaben ging auf!

Bei Anfragen nach offiziellen Zuschauerzahlen von Journalisten und Interessierten bei Veranstaltungsleiter Adolf Schlaak zog dieser ein Zettelchen aus der Hosentasche mit der Zahl 12574 drauf. So viele Besucher  fanden den Weg ins Flutlicht-Areal und erlebten einen Spätsommerabend, der es in sich hatte!

Als die Kassen um kurz nach 17 Uhr öffneten, standen Schlangen von Zuschauern an den Eingangstoren. Die Sicherheitsleute hatten alle Hände voll zu tun, um den Ansturm standzuhalten. Aber kurz vor Startbeginn hatte sich die Lage entspannt und jeder war auf „seinem Platz“.

Beim Veranstalter BSI Speedway ist absolute Pünktlichkeit angesagt. Auf die Minute genau muss alles über die Bühne gehen. Der 1. Start war auf 19:04 festgelegt, auf die Sekunde genau ging es auch los. Diese korrekten Zeitvorgaben sind mit den Live-Fernsehstationen abgestimmt. In vielen Ländern Europas und Übersee – auch z.Bsp. in Russland (obwohl gar kein Fahrer dieser Nation dabei ist), konnte man im Bezahl-TV den Deutschland-Grand-Prix miterleben. Leider ist es im eigenen Land noch immer nicht der Fall. Aber im modernen Zeitalter des Internets genügte ein Klick auf den Youtube-Kanal und schon war man drin, „mitten im Geschehen“.

1000 Deutschlandfahnen versprach Martin Smolinski aus Olching mitzubringen, es wurden sichtlich einige mehr. Am Nachmittag  wurden diese auf  die Tribünen verteilt, am Abend kam "Schwarz-Rot-Gold" zum Einsatz. Was für eine Kulisse! Und dieses Fahnenmeer gab es bereits nach dem 1.Rennen des Abends zu bestaunen. „Smoli“ startete von der Innenbahn, setzte sich an die Spitze und schreibt drei Punkte auf sein Konto. Was für eine Stimmung im Stadion! Da wurden Erinnerungen wach, als es beim GP vor neun Jahren in Gelsenkirchen genau so los ging mit Christian Hefenbrock.
Gleich im nächsten Rennen rollte Tobias Kroner ans Band. Nach einer Disqualifikation des Polen Pawlicki wegen Startbandzerreißens war sein Einsatz (sein einziger) als Reservefahrer möglich. Zwei Punkte noch vor US-Boy Hancock waren eine tolle Leistung!

Die nächsten zwei Starts von Smolinski gingen nach hinten los, der Olchinger kämpfte verbissen um jeden Punkt, leider ohne Erfolg.  Ein Zähler kam noch im Heat 13 hinzu. Als Smoli zum 5.Mal auf die Bahn rollte und wieder auf dem „roten“ Startplatz Aufstellung nahm, erwischte er einen Bombenstart und setzte sich bis zum Abwinken durch. Die Fans waren aus dem Häuschen, aber noch keiner glaubte in diesem Moment an eine Halbfinalteilnahme des Deutschen. Seine sieben Punkte reichten aber aus, um unter die besten Acht zu kommen. Zielstellung erreicht!
Verbissen kämpfte der Bayer im 2. Semifinale gegen die „777“, auf dem Zielstrich konnte Smoli den Polen Pawlicki noch „knacken“. Zmarzlik und Hancock waren zu weit weg, da hingen die Trauben zu hoch. (wenn doch der Start besser geklappt hätte...)

Der Beste hat gewonnen, und das war an diesem Abend, genau wir vor zwei Wochen im polnischen Gorzow, Jason Doyle. Der Australier hat den WM-Titel weiter im Visier, nur noch fünf Punkte liegt er nach 8 von 11 Grand-Prix  hinter Greg Hancock/USA zurück. Dieser schaffte es auch in Teterow hinter dem Polen Bartosz Zmarzlik als Drittplatzierter aufs Podest. Vor 14 Jahren stand Hancock schon einmal mit einem Pokal in der Hand im Innenfeld der Bergring-Arena. Bei der Eröffnung der Speedwaybahn zu Pfingsten 2002 belegte er beim 1.Auerhahnpokal-Rennen Platz zwei hinter dem Australier Todd Wiltshire.
 
Ein "Sommernachtstraum" fand mit dem abschließendem Höhenfeuerwerk sein Ende. Aber nicht jeder machte sich sofort auf den Heimweg, sondern genoss die After-Race-Party bis in die frühen Morgenstunden.
Die Zeichen stehen gut, auch im nächsten Jahr an gleicher Stelle eine Fortsetzung zu erleben. Wollen wir hoffen, dass es so ist!

Alle Ergebnisse sowie der aktuelle WM-Stand sind unter speedwaygp.com abrufbar!

Text & Foto: Peter Stanislawski

 

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